Die Geschichte der Zeche Erin Teil 2 (1890-1925)

Im Jahre 1882 gründete der Unternehmer Friedrich Grillo (1825-1888) neben seinen vielen anderen Beteiligungen an Bergwerksgesellschaften die Gewerkschaft Erin.

Die bergwerkliche Gewerkschaft investierte neues Kapital in die abgesoffene Grube Erin. Die Grubenbaue konnten daraufhin erfolgreich gesümpft werden. Im Jahre 1887 erwarb die im Jahre 1873 gegründete Gelsenkirchener Bergwerks-AG (GBAG) die Gewerkschaft Zeche Erin nebst Kokerei und gliederte sie in den enststehenden Bergbau-Großkonzern ein.

Die alte Kokerei wurde abgerissen und durch einen Neubau mit bald 160 Koksöfen ersetzt.
Der Schacht 1 erreichte zu der Zeit eine Teufe von -337 m. Schacht 2 wurde als Wetterschacht bis zu einer Teufe von -457 m abgeteuft.

Im Pachtfeld Emilie der Zeche Graf Schwerin wurde der Schacht Erin 3  weiter abgeteuft und erreichte bei einer Teufe von -255 m das Steinkohlengebirge. Seine Endteufe betrug -457 m. Hier wurde er  an die 4. Sohle angeschlossen. Im Jahre 1891 wurde die Schachtanlage Erin 3 in Betrieb genommen.

Zeche Erin Schacht 3
Zeche Erin Schacht 3

Durch den neuen Wetterschacht Erin 3, an der nördlichen Feldesgrenze zur Zeche Graf Schwerin gelegen (Heinrichstraße), verringerte sich auch die Schlagwettergefahr auf der Gesamtschachtanlage Erin erheblich.

Zur Vervollkommnung der Wetterführung und zur Konzentration der Förderung auf die Schächte 1/2 wurde von 1890 bis 1892 neben den Schächten 1/2 der Schacht 4 (Karlstraße) als Wetterschacht niedergebracht. Ferner wurde im Nordostfeld von 1892 bis 1895 als weiterer Wetterschacht Schacht Erin 5 (Luisenstraße) abgeteuft.

Ab 1905 wurde Schacht 3 zunächst als eigenständige Förderanlage geführt. Von Schacht 3 wurde die Vorrichtung des Nordostfeldes vorgenommen. Schacht 5 ersetzte den Schacht Erin 3  als Wetterschacht.

Die geförderten Kohlen wurden wegen fehlender Aufbereitungsanlagen am Schacht 3 über Tage mit einer Pferdebahn zur Hauptschachtanlage Schacht 1/2/4 an der Karlstraße weitergeleitet.

Im Jahre 1908 wurde Schacht 3 bis zur 4. Sohle auf – 498 m  tiefer geteuft. Im Jahre 1909 erhielt Schacht 2 ein neues Fördergerüst, neue Förderkörbe und eine neue Fördermaschine.

Im Jahre 1912 wurde Schacht 1 mit einem neuen Fördergerüst und neuer Fördermaschine ausgestattet. Diese neuen Übertageanlagen prägten von nun an als moderne Doppelschachtanlage das Castroper Stadtbild.

Kurz vor dem 1. Weltkrieg wurde mit 2.475 Belegschaftsmitgliedern eine Höchstförderung von 625.560 t Steinkohlen erreicht. Die Kokerei produzierte über 210.000 t Koks.

Durch die Kriegsumstände bedingt betrug die Produktion im Jahre 1915 nur noch 501.290 t und im Jahre 1920 nur noch 473.290 t Steinkohlen.  Im Jahre 1921 wurde der Schacht Erin 5 bis zur 4. Sohle abgeteuft. Im Jahre 1923 wurde bei -460 m die 4. Sohle angesetzt. Danach erfolgte der Durchschlag mit der Hauptschachtanlage.

Zur Zeit der Ruhrbesetzung stand die Zeche Erin unter französischer Besetzung. Im Rahmen des passiven Widerstands sank die Förderung auf eine Rekordtief.

Ab Mitte der zwanziger Jahre verbesserte sich die wirtschaftliche Situation im Deutschen Reich. Der Ruhrbergbau erfuhr eine umfassende Neuordnung der Zechengesellschaften. Die Zeche Erin ging an die Gelsenkirchener Bergwerks AG und damit in den Gesamtbesitz der Vereinigten Stahlwerke AG über.

Damit änderten sich die wirtschaftlichen und technischen Voraussetzungen für die Schachtanlage an der Karlstraße in Castrop erheblich, da nun Investionen und neueste technische Innovationen zur umfassenden Umstrukturierung der Zeche Erin unter der neuen Dachgesellschaft  führten.

… dazu weiter demnächst mit Teil 3

Quellenangaben:
(1) Joachim Huske, Die alten Steinkohlenzechen im Ruhrrevier, Bochum 1987, S. 259 und f.
(2) Hermann / Hermann. Die alten Zechen an der Ruhr, 5. Auflage Königstein 2003 S: 166 und f.
(3) de.wikipedia.org/wiki/Zeche_Erin vom 02.03.2016
* Alle Förderdaten und Belegschaftszahlen von Joachim Huske, Die alten Steinkohlenzechen im Ruhrrevier, Bochum 1987, S. 259 und f

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