Geschichte der Zeche Erin 1856 bis 1890 (Teil 1)

Im Jahre 1856 erwarb der irische Bergbauunternehmer Thomas Mulvany mehrere Grubenfelder im Gebiet der Gemeinde Castrop. Zur Erinnerung an seine Heimat erhielt das Grubenfeld den Namen Erin. Mulvany ließ 1867 eine Doppelschachtanlage an der heutigen Karlstraße abteufen. Die Schächte Erin 1 und Erin 2 lagen nur 20 Meter auseinander und erreichten bei 207 m das Steinkohlengebirge.(3)

1870 nahmen die ersten Koksöfen der Kokerei ihren Betrieb auf. Mit einer Pferdebahn wurden die Kohlen zum Bahnhof Castrop transportiert. Von Beginn an hatte die Grube mit starken Wasserzuflüssen zu kämpfen. Trotzdem erreichte die Zeche Erin bald eine Förderung von über 85.000 t im Jahr.(3)

Immer wieder sorgten Schlagwetterexplosionen und Grubenbrände für Tote und Verletzte. Die starken Wasserzuflüsse führten zu erheblichen Betriebsunterbrechungen. Mehrmals musste die Grube neu gesümpft werden. Dabei brachen die Förderzahlen empfindlich ein. Trotz aller Widrigkeiten erreichte die Zeche Erin im Jahre 1875 bereits eine Förderung von 145.000 t Kohlen.(1)

Im Jahre 1876 brach der Grubenbetrieb unter den Wasserzuflüssen gänzlich zusammen. Alle Versuche, die Grube zu retten, blieben erfolglos. Erst nach dem Einbau neuer Wasserhaltungsanlagen wurde im Jahre 1884 der Betrieb wieder aufgenommen.(1)(2)

Im Jahre 1889 konnte in einem Pachtfeld der Zeche Graf Schwerin der Wetterschacht Erin 3 abgeteuft werden. Das Grubenfeld erreichte nun eine Größe von 10,6 km².(1)

Im Jahre 1890 wurde der Wetterschacht 4 unmittelbar neben der Doppelschachtanlage Erin 1/2 abgeteuft. In diesem Jahr förderte das Bergwerk erstmals über 400.000 t Kohlen bei einer Beschäftigungszahl von 1490 Bergleuten.(1)

… weiter demnächst mit Teil 2

Quellenangaben:
(1) Joachim Huske, Die alten Steinkohlenzechen im Ruhrrevier, Bochum 1987, S. 259 und f.
(2) Hermann / Hermann. Die alten Zechen an der Ruhr, 5. Auflage Königstein 2003 S: 166 und f.
(3) de.wikipedia.org/wiki/Zeche_Erin vom 02.03.2016
* Alle Förderdaten und Belegschaftszahlen von Joachim Huske, Die alten Steinkohlenzechen im Ruhrrevier, Bochum 1987, S. 259 und f.