Geschichte der Zeche Minister Achenbach Teil 1 (1870 – 1914)

Im Jahre 1870 wurden im heutigen Lünen-Brambauer die ersten Mutungsbohrungen nach Kohle vorgenommen und 1873 die ersten Grubenfelder erworben. Nachdem die erworbenen Grubenfelder im Jahre 1896 zum Grubenfeld Minister Achenbach zusammengelegt wurden, begann man 1897 mit dem Teufen des ersten Schachtes. Gründer des Bergwerkes waren die beiden Unternehmer Hermann und Lange. (1)(2)

Im Jahr 1899 wurde dann der zweite Schacht abgeteuft und bei 412 m und bei 519 m Teufe die 1. und die 2. Sohle angesetzt. Ab dem Jahre 1900 wurde nach der Errichtung des erstes Fördergerüstes die Förderung aufgenommen. Weitere Grubenfelder wurden im Umfeld erworben, so dass die Berechtsame auf 26 km² anwuchs.(3)

Im Jahre 1901 wurde das Bergwerk im Wesentlichen an die Gebrüder Stumm GmbH in Neunkirchen veräußert. Nach weiteren Investitionen wurde im Jahre 1902 die Kokerei in Betrieb genommen. Die Schächte erreichten im Jahre 1904 eine Teufe von 660 m. Die Jahresförderung betrug 440.000 t bei einer Belegschaft von 1.900 Bergleuten.(3)

Im Jahre 1909 wurde Schacht 3 im Ostfeld abgeteuft, der im Jahre 1910 bei 335 m das Karbon erreicht. Die Förderung betrug zu diesem Zeitpunkt bereit über 700.000 t im Jahr. (1) Zwischenzeitlich war die Kokerei auf 74 Öfen erweitert worden und eine Ammoniakfabrik wurde in Betrieb genommen. Somit konnten die begehrten  Rohstoffe für die Produktion von Kunstdünger hergestellt werden.

Trotz eines Durchschlages von Wetterschacht 3  mit der Schachtanlage 1/2 und einer Verbesserung der Grubenbewetterung  kam es am 18.12.1912  zu einer schweren Schlagwetterexplosion mit vielen verletzten und 49 tödlich verunglückten Bergleuten. Am 30.01.1914 führte eine weitere Schlagwetterexplosion den Tod von 25 Bergleuten herbei.(1)

Zu Beginn des ersten Weltkrieges waren die Grubenanlagen über und unter Tage weitreichend ausgebaut. Neben den bestehenden Anlagen war eine Benzolfabrik errichtet worden. Denn gerade mit den veredelten Kohlennebenprodukten ließ sich viel Geld verdienen. Die Förderung betrug 1914 um die 700.000 t bei einer Belegschaft von 2.100 Bergleuten.(3)

… weiter demnächst mit Teil 2

Quellenangaben:
(1) Joachim Huske, Die alten Steinkohlenzechen im Ruhrrevier, Bochum 1987, S. 643 und f.
(2) Wilhelm und Gertrude Hermann, Die alten Zechen an der Ruhr, 3. völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage Königstein 1990, S. 266 f
(3) de.wikipedia.org/wiki/Zeche_Minister_Achenbach vom 11.11.2013
* Alle Förderdaten und Belegschaftszahlen von Joachim Huske, Die alten Steinkohlenzechen im Ruhrrevier, Bochum 1987, S. 643 und f.